Solons Corner

Juli 11, 2007

Noch nicht in unserer Demokratie angekommen

Gespeichert unter: Deutschland, Gesellschaft, Integration, Kultur, Türkei — Fastien @ 3:34

Auf dem Blog von Jörg Lau bin ich eben auf das Thema Boykott des Integrationsgipfels gestoßen. 

Die Verbände der größten Einwanderungsgruppe in Deutschland, der Türken, sind immer noch nicht in unserer erwachsenen Demokratie angekommen. Die Türkische Gemeinde (TGD) und der Moscheeverband Ditib haben wie trotzige kleine Kinder auf die geplanten Änderungen des Zuwanderungsgesetzes reagiert. Die wegen zu häufig unberechtigten Gebrauchs zu Spielzeugkeulen abgeschliffenen Waffen, Ausgrenzung und Diskriminierung, wurde auch hier wieder herausgeholt. Auch wenn man die Keulen hier nicht ernst nehmen kann, die Sache selbst ist es. Die Bekundungen der Verbände, es sei wichtig die deutsche Sprache zu lernen und wir wollen dies unterstützen, Zwangsehen lehnen wir ab und die Gesetze in Deutschland sind von Einwanderern zu achten, scheinen so als bloße Lippenbekenntnisse.

                                                                                                             

Die beiden Verbände drohen mit einem Boykott des Integrationsgipfels, wenn eben die Änderung des Zuwanderungsgesetztes, welche Zwangsehen erschweren, das Erlernen der deutschen Sprache fördern und Rechtskenntnis sichern sollen, die zur Formwirksamkeit benötigte Unterschrift durch Bundespräsident Köhler erhielte. Wer glaubt, eine Mehrheitsentscheidung am Ende eines langjährigen Gesetzgebungsverfahrens, welches von einer öffentlichen Debatte begleitet wurde, durch Erpressung rückgängig machen zu können, der hat nicht begriffen, was rechtsstaatliche Demokratie bedeutet. Demokratie bedeutet ganz sicher nicht, dass eine Minderheit über eine Mehrheit entscheiden kann.

                                                                                   

Dies scheint auch in der Türkei noch nicht angekommen zu sein, denn dort wurde von Verbänden ebenfalls zum Boykott des Integrationsgipfels aufgerufen. Auch die in Deutschland erscheinenden türkischen Zeitungen versuchen ihren Landsleuten nicht zu vermitteln, wie demokratische Prozesse aussehen. Statt dessen wird dieser Kinderkram angeheizt und im besten Falle neutral darüber berichtet. Wie bei allem, was als Beleidigung des Türkentums gewertet wird, scheint die Aufregung so groß zu sein, dass alles andere vergessen wird. Auch die Begründung, worin denn konkret im neuen Zuwanderungsgesetz die Beleidigung des Türkentums liege, scheint nicht weiter erheblich für einen Grund zu sein, sich aufregen zu können.

 

Einen ausführlichen Kommentar zu dem Boykott des Integrationsgipfels können Sie bei Jörg Lau lesen.

 

Juli 10, 2007

Gewalt im Drei-Minuten-Takt

Gespeichert unter: Islam, Kultur, Politik, Religion, Türkei, Uncategorized — Fastien @ 6:46

Auszüge aus dem Artikel von Dilek Zaptcioglu,  Istanbul, veröffentlicht im Spiegel-online am 10.07.2007:

Die Zahlen sind alarmierend: Laut jüngster Polizeistatistik wird in der Türkei alle drei Minuten eine Frau geschlagen oder misshandelt. Die Zahl der weiblichen Opfer ist um 76 Prozent auf rund 73.000 gestiegen. Oft bleibt den Frauen nur die Wahl zwischen Selbstmord – und Mord.

Über Dunkelziffern braucht man nicht mehr zu reden. Erstmals hat die türkische Polizei eine genaue Statistik über Gewalttaten gegen Frauen angefertigt. Die Untersuchung umfasst den Zeitraum 2005 und 2006. Demnach wird in der Türkei alle drei Minuten eine Frau geschlagen oder misshandelt. Insgesamt registrierte die Polizei in den beiden Jahren mehr als 333.000 „mit Gewalt verbundene Straftaten“ gegen Frauen.

Allein im vergangenen Jahr wurden 842 Frauen getötet. Stark zugenommen haben die „Selbstmordversuche“, zu denen Frauen aus Gründen der Familienehre gedrängt werden – auch ihr Onkel hatte Güldünya zuerst einen Strick gegeben, damit sie sich selbst aufhängt. Mit 5852 Fällen im Jahr 2006 hat sich die Zahl der Selbstmordversuche von Frauen und Mädchen im Vergleich zum Vorjahr ungefähr verdoppelt.

Türkische Soziologen rätseln über den Grund der angestiegenen Gewalt gegen Frauen. „Die Modernisierung schreitet voran, und dringt bis in das kleinste Dorf vor. Das stößt auf Widerstände“, sagen die einen. Demnach ist die angestiegene Zahl der „Ehrenmorde“ doch ein Zeichen für die fortschreitende Frauenemanzipation. Eine andere Erklärung hatte der Chefredakteur der Tageszeitung „Hürriyet“ im vergangenen Winter dazu: „Ehrenmorde sind ein kurdisches Problem“ betitelte Ertugrul Özkök seine Kolumne und heimste sich sofort den Vorwurf ein, ein „Rassist“ zu sein. Aber ein anderer Bericht der Polizei scheint ihm Recht zu geben.

Eine andere Umfrage brachte ganz ähnliche Zahlen hervor. Vildan Yirmibesoglu, Vorsitzende der Frauenkommission des Istanbuler Gouverneurs, befragte Männer im Osten und Südosten des Landes, also hauptsächlich Kurden, darüber, „was mit einer Frau, die ihre Ehre verlor, geschehen müsste“. 63,2 Prozent der Männer sagten: „Bestrafen.“ Und wiederum ein Viertel von ihnen sagte gerade heraus: „Sie muss getötet werden.“

Eine viel erschreckendere Erkenntnis als die bloße Zahl der „Ehrenmorde“ ist: In der Türkei geht die Zahl der erwerbstätigen Frauen jährlich drastisch zurück. Das verändert das soziale Klima zugunsten der Konservativen. Wer als Frau unverhüllt auf die Straße geht, bekommt vielerorts in Anatolien schon einen schlechten Ruf. Die liberale Kolumnistin Ruhat Mengi sagt dazu: „Natürlich hängt das alles mit dem fundamentalistischen Frauenbild der Regierenden zusammen. Die Frau soll zuhause bleiben, Kinder gebären, ihrem Mann gehorchen.“ Der Zug fahre nicht nach Brüssel, sondern nach Teheran. Aber immerhin: Vor wenigen Tagen hat der männliche Bürgermeister des Istanbuler Stadtteils Avcilar eine Straße nach dem Namen der „aus Ehre“ getöteten Güldünya benannt.

Den vollständigen Artikel lesen. 

 

Juli 7, 2007

Krimi ohne Ende

Gespeichert unter: Deutschland, Dresden, Gesellschaft, Kultur, Politik, Sachsen — Fastien @ 6:16

Morgenpostkolumne 08.07.2007, veröffentlicht in der Dresdner Morgenpost

Heinz Eggert                                                                                                                                      

Endlich  Urlaub! Dazu gehört ein Krimi! Den schreibe ich ihn mir selber. Reizwörter für die notwendige Spannung gibt es zur Genüge. Kriminelle Netzwerke, Sumpf von Skandalen, Kinderprostitution, Korruption, Amtsmissbrauch, organisierte Kriminalität, Rotlichtmilieu. Das reicht fürs erste. Ansonsten wird nachgereicht.                                     

Handelnde Personen: Politikern, Juristen, Polizisten, Journalisten, Unternehmer, Enthüllungsautoren, Mörder, Geheimdienstagenten, gewöhnliche  Kriminelle.                                                         

Jetzt müssen Handlungsstränge verknüpft werden. Ein Geheimdienst, der nicht mehr so genau weiß, ob er noch rechtmäßig arbeitet oder nicht. Eine leitende  Geheimdienstmitarbeiterin , die mit einem Polizeiermittler, den Frust auf  unfähige West-Chefs teilt  und die gemeinsam ermitteln. Als er es nicht mehr bei der Polizei darf, wirbt sie ihn als Quelle an. Da auch ein wenig Sex beim Krimi sein muss, machen wir sie einfach zu einem  heimlichen Paar, das im Bett nicht nur Dokumente austauscht.                                                  

Ein hoher, karrieregeiler -in jeder Hinsicht- potenter  West- Jurist, der vertrauliche Dokumente an die Presse weiter gibt, um Konkurrenten zu schaden. Er weiß natürlich nicht, das auch Journalisten –manchmal- für den Geheimdienst arbeiten. Den  Juristen verbinden wir gleich mal mit ein paar Immobilienhaien, die zum gemeinsamen Vorteil zusammenarbeiten und bezahlte Freuden genießen. Auch am Stammtisch mit Politikern. Allerdings denunzieren sie sich auch gegenseitig, weil unterschiedliche Interessenlagen .So erweitert sich die Sammlung beim Geheimdienst Stück um Stück. Dann nehmen wir noch mysteriöse Todesfälle, Überfälle, Drohungen, Kindesmissbrauch  und Verleumdungen um das Entsetzen zu steigern.                                                                                      

Dann will der Datenschützer intern alles vernichten lassen, der Innenminister will die Daten intern retten. Aber vorher werden die geheimen  Akten durch die „Guten „öffentlich gemacht. Das freut einen  Enthüllungsjournalisten, der nicht immer, aber oft daneben liegt und seine Bücher verkaufen will. Journalisten, die weniger schreiben dürfen, als sie wissen, oder die mehr schreiben, als sie wissen, oder die einfach voneinander abschreiben. Hauptsache alles bleibt unübersichtlich. Jetzt kommt der nette  Innenminister ohne persönliche Feinde, voller Vertrauen in die Welt und seine eigenen Geheimdienst, ins Visier der Opposition. Wobei Vertrauen in die Welt ja immer gut ist. In der  politische Opposition brauchen wir jetzt  eine gute, gewichtige blonde ´Polit-Frau, die unerschrocken den Regierungschef  tadelt und Aufklärung will  und den  „Schmutzfink“ aus einer anderen Partei, der sich  mit verleumderischen Andeutungen  seiner eigenen Partei kraftvoll als Führer und er Öffentlichkeit  als ehrlicher Aufklärer empfehlen will.                                                                                          

Das wären die Zutaten für einen guten Krimi! Natürlich kommt die Wahrheit nicht ans Licht.Warum auch? Wenn jeder was zu verbergen hat ist Wahrheit ist doch langweilig. Oder? 

Veröffentlicht mit der freundlichen Genehmigung von Heinz Eggert, Staatsminister a.D., MdL. Sachsen 

                                                                            

Anmerkung der Redaktion vom 08.07.2007: 

lsc/pl/Affären/Korruption/Sachsen/

«Focus»: Aktenmanipulation verursachte Korruptionsaffäre in Sachsen= München/Dresden (ddp-lsc). Die sächsische Korruptionsaffäre beruht angeblich weitgehend auf Aktenmanipulationen einer Dresdner Verfassungsschutz-Beamtin. Der Verfassungsschutz ermittle intern gegen seine Mitarbeiterin Sabine H., schreibt das Nachrichtenmagazin «Focus».

Die Beamtin stehe in Verdacht, Dossiers, die auf Informationen des in Polizeikreisen umstrittenen Kriminalhauptkommissars Georg W. basierten, zusätzlich «aufgepeppt» zu haben. Sie soll ihren Vorgesetzten suggeriert haben, eine zusätzliche Quelle bestätige die Protokolle. Bei dem angeblich neutralen Informanten soll es sich aber ausgerechnet um den Polizisten W. handeln – den Autor jener Protokolle.

Dies habe der Verfassungsschutz bestätigt. Der Dresdner Oberstaatsanwalt Christian Avenarius sagte, W.s Material enthalte «nahezu keine belastbaren Anknüpfungstatsachen».In der Affäre geht es um eine Datensammlung des sächsischen Verfassungsschutzes, in der auf rund 15 000 Seiten angeblich brisantes Material über Verbindungen von Justiz- und Polizeibeamten sowie Politikern zum organisierten Verbrechen gesammelt worden sein soll. Die Vorwürfe umfassen neben illegalen Immobilienverkäufen auch Kinderprostitution. Zentren der Machenschaften sollen das Vogtland und Leipzig sein. 

Juli 3, 2007

Als Schöffin ungeeignet – Beschluss des Landgerichts Dortmund

Gespeichert unter: Deutschland, Gesellschaft, Integration, Islam, Kultur, Religion — Fastien @ 11:19

                                                                                                                                                             

Fähigkeit einer Muslima zur Ausübung des Schöffenamtes:

Eine gläubige Muslima, die aufgrund ihrer religiösen Überzeugung wesentliche Unterschiede zwischen Mann und Frau macht, ist nicht fähig, das Amt einer Schöffin auszuüben. (Ls d. Schriftltg.)

LG Dortmund, Beschluß vom 12. 2. 2007 – 14 Gen. StrK 12/06

Im letzten Absatz der Entscheidungsgründe heißt es: „Die Schöffin hat im Rahmen ihrer persönlichen Anhörung bekräftigt, dass sie bei der Ausübung des Schöffenamts die von ihr auf Grund ihrer religiösen Überzeugung vertretenen Prinzipien zurückstellen und entsprechend dem von ihr geleisteten Schöffeneid allein nach dem deutschen Gesetz, das eine Gleichbehandlung von Mann und Frau vorschreibt, urteilen könne und werde.“ Sie weigerte sich, diese Erklärung auch äußerlich zu manifestieren, indem sie wenigstens für die Verhandlung ihr Kopftuch ausziehen würde. Das Tragen ihres Kopftuches bedeutet aber hier, die nach außen zur Schau getragene innerliche Einstellung.“

                                                                                                                                                   

Ein Richter wendet Recht an, um zu so einer Entscheidung zu gelangen. Es muss nicht jede einzelne Norm seine Auffassung entsprechen. Die verfassungsmäßige Ordnung muss aber seiner Überzeugung entsprechen, denn die Auslegung der Normen begründen sich auf dieser. Diese ist das Wertesystem, welches ohne Beschränkung Einfluss nimmt, indem es immer ein abschließendes Korrektiv darstellt, sollte das gefundene Ergebnis nicht vereinbar mit unserer verfassungsrechtlichen Ordnung sein. Daher, die Werte des GG sind der Maßstab, an welchem ein Richter seine Entscheidungen überprüft. Dies ist unabdingbar, auch wenn einzelne Normen nicht der Ansicht eines Richters entsprechen müssen. Um zu gewährleisten, dass Urteile unserer verfassungsrechtliche Ordnung entsprechen, muss ein Richter - auch ein ehrenamtlicher, genannt Schöffe - welcher an der Entscheidungsfindung beteiligt ist, innerlich hinter der Verfassung stehen.“

                                                                                                                                                    

Jeder Richter und Schöffe muss schwören, dass er die Verfassung wahren wird. Es ist nicht möglich, sich innerlich zu spalten, indem man im Privaten die Verfassung nicht anerkennt, im Öffentlichen dann aber doch. Entweder stehe ich hinter der Verfassung, oder eben nicht. Es geht nicht mal so oder dann wieder so. Das Wertesystem ist verinnerlicht oder eben nicht. Man kann keine zwei Wertesysteme in sich vereinen, die sich widersprechen.

                                                                                                                                                      

Dies sollte man im Hinterkopf behalten bei Verhandlungen mit all denen, welche unser Wertesystem so nicht akzeptieren. Unser Wertesystem darf nicht zur Verhandlung stehen. Da dürfen keine Kompromisse gemacht werden. Es ist durch eine Entwicklung entstanden und jeder Kompromiss ist ein Schritt zurück. Sucht man also Kompromisse mit jemandem, welcher die Verfassung nur im offiziellen Teil seines Lebens anerkennt, aber nicht innerlich hinter dieser steht, muss man sich darüber im Klaren sein, dass man über den Bestand der Verfassung verhandelt und sollte gut aufpassen, dass man einzelne Werte hiervon nicht verkauft. Etwas anzuerkennen, weil es da ist, bedeutet nicht, dass man es nicht abgeschafft sehen will. Jeder möchte seinen Überzeugungen Raum verschaffen im Rahmen des Möglichen.

                                                                                                                                                      

Das Kopftuch sind nur 80 cm x 80 cm Stoff. Steht es aber für ein anderes Wertesystem, dann ist es eben doch mehr, als einfach nur ein Stück Stoff. Zu sagen, ich trage das Symbol für ein Wertesystem und wende aber für einen Moment ein anderes an, welches gegen meine Überzeugungen steht, ist nicht glaubhaft. Hätte das Gericht anders entschieden, dann hätten sie für das Verfahren unsere Verfassung zur Disposition gestellt.

                                                                                                                                                        

Das Tragen eines Kopftuches bedeutet nicht automatisch, unsere Verfassung nicht anzuerkennen. Gern wird in diesen Diskussionen um das Kopftuch von den Gegnern desselben verschwiegen, dass es vor 60 Jahren auch hier in Deutschland noch auf dem Land unter Nichtmuslima üblich war, ein Kopftuch zu tragen. Auch bleibt unerwähnt, dass viele russland-deutsche Frauen ebenfalls ein Kopftuch tragen. Dennoch, nicht jedes Kopftuch ist nur ein Stück Stoff. Ein Kopftuch kann auch ein politisches Symbol sein.

Juli 2, 2007

Hamas-Mickey-Mouse stirbt den Märtyrertod

Gespeichert unter: Antisemitismus, Gesellschaft, Israel, Kultur, Naher Osten, Politik, Religion — Fastien @ 10:33

                                                                                                                                                             

Etwa zwei Monate lang hat der Satellitensender der Hamas, Al-Aqsa TV, mit seiner gotteskriegerischen Mickey-Mouse-Imitation für internationale Entrüstung gesorgt. Am Freitag ist nun die letzte Episode der Serie „Pioniere von morgen“ ausgestrahlt worden. Bar jeglicher Rücksichtnahme auf etwaige Empfindlichkeiten der kindlichen Zuschauer lassen die Macher der Sendung ihre Hauptfigur „Farfur“ in brutaler Weise sterben und verbinden dies gleichzeitig mit Hasspropaganda gegen Israel.

Farfur wird am Ende der Sendung von einem israelischen Ermittler dazu gezwungen, ihm die Papiere zu übergeben, die seinen Besitzanspruch auf das Land seines Großvaters dokumentieren. Als die quäkende Puppe sich weigert, prügelt sie der Israeli brutal zu Tode. Das kleine Mädchen Saraa’, die als Freundin Farfurs die Sendung moderiert, beschließt die Abschlussepisode mit den folgenden Worten: „Die Juden sind Kriminelle und Feinde, wir müssen sie aus unserem Land vertreiben.“

Unter dem folgenden Link finden sich Filmsequenzen aus der Sendung mit englischen Untertiteln sowie weitere Hintergrundinformationen: http://www.pmw.org.il/

(Palestinian Media Watch, 01.07.07)

Veröffentlicht mit der freundlichen Genehmigung der israelischen Botschaft.

Juni 29, 2007

Saul Friedländer erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2007

Gespeichert unter: Deutschland, Gesellschaft, Israel, Kultur, Naher Osten — Fastien @ 10:23
 
Der israelische Historiker Saul Friedländer bekommt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2007.Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wird während der Frankfurter Buchmesse am 14. Oktober in der Paulskirche überreicht – drei Tage nach dem 75. Geburtstag Friedländers. Der Dachverband der deutschen Buchbranche „ehrt damit den epischen Erzähler der Geschichte der Shoah, der Verfolgung und der Vernichtung der Juden in der Zeit nationalsozialistischer Herrschaft in Europa“, teilte der Stiftungsrat des Friedenspreises zum Auftakt der Buchhändlertage in Berlin mit.

Der Geehrte wurde am 11. Oktober 1932 als Pavel Friedländer in Prag geboren. 1939 emigrierte seine deutschsprachige Familie nach Frankreich. Der Sohn überlebte als Internatsschüler und getaufter Katholik unter dem Namen Paul-Henri Ferland, die Eltern wurden im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Nach dem Krieg wandte sich Friedländer dem Judentum zu, 1948 wanderte er nach Israel aus.
Nach dem Studium in Tel Aviv und Paris lehrte der Geschichtsprofessor in Genf, Tel Aviv und Los Angeles. Er lebt vorrangig in Los Angeles, hat drei Kinder und vier Enkel.

Der seit 1950 vergebene Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ist eine der bedeutendsten Auszeichnungen Deutschlands. Mit dem Preis soll eine Persönlichkeit aus dem In- oder Ausland geehrt werden, die vor allem auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat. Wiederholt sind Historiker ausgezeichnet worden, zuletzt 1999 der Amerikaner Fritz Stern.

Veröffentlicht mit der freundlichen Genehmigung der israelischen Botschaft.

Juni 28, 2007

Dieter Nuhr: eine Stimme

Gespeichert unter: Deutschland, Gesellschaft, Kultur, Politik — Fastien @ 11:48

                                                                                                                                                          

Da sitzt mir (Nuhr) jemand gegenüber und sagt, ich werde nicht zur Wahl gehen; was kann man mit einer Stimme schon erreichen. Nuhr denkt sich, was bin ich beruhigt, dass in unserer Demokratie nicht jeder Depp etwas bewirken kann.

Wenn man sich die Menschen so morgens im Bus ansieht, dann kann man ja nicht mehr wirklich für ein allgemeines Wahlrecht sein.

Wenn man keine Ahnung hat: einfach mal die Fresse halten! 

KULTURKAMPF

Gespeichert unter: Deutschland, EU, Gesellschaft, Integration, Iran, Islam, Kultur, Pakistan, Religion — Fastien @ 11:00

Eben entdeckte ich den offenen Brief von HANS-JOACHIM NEUBAUER an Salman Rushdie, veröffentlicht heute im Rheinischen Merkur. Neubauer schreibt:

Vor über 17 Jahren verurteilte Sie ein starrsinniger Greis zum Tode. Seither leben Sie, wie Sie schreiben, in einem Ballon über dem Abgrund. Auch wenn es Aufwind gab: Die Angst reist mit, immer. Und jetzt zielen die Barbaren erneut auf die dünne Haut aus Humanität, Redefreiheit und religiöser Toleranz, die Sie am Leben hält. Wenn sie treffen, wenn sie ihr Ziel erreichen, stürzt ein großer Schriftsteller in den Untergang. Und mit ihm das, was unser Leben im Abendland ausmacht.

Die iranische Regierung hetzt gegen die Queen, weil Sie Ritter werden. In einer Hassversion des Voodoo-Kultes werden in Teheran und Islamabad Puppen verbrannt, die Sie und die Königin darstellen. Ihr „Vergehen“ ist ein Roman, „Die satanischen Verse“, ein überbordendes und polemisches Buch über eine von Bestialität und Inhumanität zerrissene Gegenwart, eine Fiktion, der nun der Hass dieser Gegenwart gilt. Der erste Muslim im britischen Oberhaus, Lord Ahmed, wütet, an Ihren Händen klebe Blut, Sie hätten Mohammed, Jesus, gar Maggie Thatcher beleidigt und die „religiösen Gefühle“ der Muslime verletzt. Warum darf der das?

Wir haben uns aufgegeben wie Depressive. Warum sonst inszenieren im „Karikaturenstreit“ Fanatiker Autodafés, ohne dass Sanktionen ihre Staaten treffen? Warum wird der Filmemacher Theo van Gogh hingeschlachtet, ohne dass Europas Muslime auf die Straße gehen? Warum hetzt ein pakistanischer Minister gegen Sie, ohne dass die Botschafter seines Landes von den Außenministern der zivilisierten Welt einbestellt werden? Überhaupt: Wo ist Europa in diesen Tagen? Worüber reden unsere Minister in Brüssel, was tun unsere Abgeordneten in Straßburg? Sie reden von Quoren, Quoten und Normen. Wir haben unsere Seele an den Konsum verhökert, das Herz an die Bilanzen. Wir leben vom Export von Autos und Waffen, für unsere Arbeitsplätze gehen wir über Leichen, der Götze, den wir anbeten, heißt Öl.

Der Kampf der Kulturen ist der Krieg der Aufklärung gegen die Barbarei.

Juni 24, 2007

Lieblings-und Stiefkinder

Gespeichert unter: Deutschland, Dresden, Gesellschaft, Kultur, Politik, Sachsen — Fastien @ 9:36

                                                                                                                                                      

Morgenpostkolumne 24.6.2007, veröffentlich in der Dresdner Morgenpost                                                                                                
Heinz Eggert

Momentan beschäftige ich mich sehr mit dem Thema Demografie. Nicht nur weil es mich persönlich interessiert, welche Lebens und  Arbeitswelt wir unseren Kindern in Sachsen in 20 oder 30 Jahren hinterlassen, sondern weil ich auch Vorsitzender einer solchen Kommission bin. Um vor lauter Zahlen, Analysen, Berechnungen und Expertenvorträgen nicht die Realität aus den Augen zu verlieren, besuchen wir auch die sich sehr uterschiedlich entwickelnden sächsischen Regionen. Jetzt waren wir in der Landeshauptstadt Dresden im Rathaus zu Gast. Hier sehen die Experten der Entwicklung sehr gelassen entgegen. Kein Wunder! Die Bevölkerungszahlen und die Geburten steigen, Wirtschaft und Wissenschaft haben gute Prognosen. Man denkt vor und nach. Aber Dresden ist nicht gleich Dresden.

Wir fahren mit der Straßenbahn  aus dem barocken  Vorzeige -Dresden in eine riesige Neubauanlage der siebziger Jahre, das Stiefkind Gorbitz. Der  soziale Konfliktstoff nicht übersehbar . Am Rande der großen Wohnblocks steht ein  kleines Jugendhaus.
Symbolisch für große Probleme und kleine Lösungen. Finanziert aus Steuergeldern und Spenden. Hier können Kinder und Jugendliche ihre Freizeit verbringen. Ohne dass für sie Kosten entstehen, sind sie hier willkommen. Das ist wichtig! Denn Kinder sind nicht überall willkommen. Das wissen auch Kinder sehr genau .Manchmal stören sie selbst in den eigenen Familien. Die Kinder kommen freiwillig. Freunde bringen Freunde mit. Die Älteren kümmern sich mit um die Jüngeren.  Trotzdem müssen die Mitarbeiter viel Einfühlungsvermögen und Kraft investieren, um das Vertrauen der Kinder zu bekommen und zu erhalten. Vor ihrer Arbeit kann man nur großen Respekt haben. Wenn sie erzählen merkt man ihnen die Freude an der Arbeit   aber auch die Sorge um die Weiterführung der Projekte an. Sie beklagen sich nicht und sie klagen auch nicht, aber auch sie kennen die Diskussionen um Stellenstreichungen und wissen ohne Geld geht nichts.

Um die Runde nicht zu deprimieren erzähle ich ihnen natürlich nicht, dass  die Stadt Leipzig sich gerade wegen  unterschiedlicher Vorstellungen  von ihrem Operintendanten  getrennt hat. Allerdings bekommt er für die nächsten 4 Jahre, ohne was zu tun, noch ungefähr 600 000 € Gehalt. Da wäre nämlich das Staunen in der Runde  groß geworden, wie unterschiedlich Steuergelder eingesetzt werden können. Da kann man in Dresden  nur auf  klügere Stadtväter hoffen . Oder?

Veröffentlich mit der freundlichen Genehmigung von Heinz Eggert, Staatsminister a.D., MdL Sachsen.

Juni 23, 2007

Ludwig-Börne-Preis für Henryk M. Broder

Gespeichert unter: Deutschland, Gesellschaft, Iran, Israel, Kultur, Naher Osten, Politik, Religion, USA — Fastien @ 6:38

Am Sonntag, den 24. Juni, um 11 Uhr wird in der Paulskirche dem Journalisten und Buchautor Henryk M. Broder der diesjährige Ludwig – Börne – Preis verliehen. In diesem Jahr wurde der “Focus“-Chefredakteur Helmut Markwort als Preisrichter durch die Stiftung ausgewählt. 

Broder sei ein Ludwig Börne von heute. Er sei ein freier Geist, der leidenschaftlich und feurig schreibt, oft polemisch und ohne Rücksicht auf ‘political correctness’, aber immer unabhängig und überraschend, begründete Markwort seine Auswahl.

Broder wurde 1946 im polnischen Katowice geboren wurde und kam 1958 mit seinen Eltern in die Bundesrepublik. Broder mischt sich in die Politik ein. Dies häufig derart erbarmungslos, dass er sich dann vor Gericht dafür verantworten muss.

Einer der Schwerpunkte Broders ist das deutsch-jüdischen Verhältnis. Ferner weist er unermüdlich auf die unkritsiche Haltung gegenüber dem islamischen Fundamentalismus und die Konsequenzen, welche diese falsch verstandene PC zur Folge haben wird, hin.

Broder polarisiert wie alle Menschen, die ohne Schnörkel zu ihrem Standpunkt stehen. Broder spricht aus, was er denkt. Dass dies denen nicht gefällt, welche Ziel seiner Kritik werden, ist die Natur der Sache. Ich gratuliere Markwort zu seiner Entscheidung und Broder zu der Auszeichnung. Den Preis erhält jemand, der ohne Angst vor persönlichen Konsequenzen die Dinge betreibt, welche er für richtig hält. Broder hat Zivilcourage, Leidenschaft …….einen unverschämten Wortwitz, der seines gleichen sucht…..und auch wenn er manchmal in die braune Masse greift, mir gefällt es, mit welchem Kampfgeist er sich in vorhersehbare Auseinandersetzungen mit den Kleingeistern der deutschen Medien stürzt.

Wolfgang Büscher erhielt 2006 die Auszeichnung.  

Siehe auch: Der Kommentar von Thomas Rothschild anläßlich der Verleihung des Börne Preises an Broder

Juni 9, 2007

Aufgeführt in Ruinen

Gespeichert unter: Deutschland, Dresden, Gesellschaft, Globalisierung, Kultur, Politik, Sachsen — Fastien @ 10:58

                                                                                      

Morgenpostkolumne 10. Juni 2007, veröffentlich in der Dresdner Morgenpost                                                                                                

Heinz Eggert

Das war eine turbulente –hitzige Woche.

Die Ereignisse um Heiligendamm.

Die Anliegen der sachkundigen Demonstranten werden in der Gewaltberichterstattung genauso weggewalzt, wie die politischen Arbeitsergebnisse der Regierungschefs. 

In der DDR kamen gewaltlose Widerständler in den Knast, heute kommen  gewalttätige  Randalierer, die den Tod anderer billigend in Kauf nehmen, ins Fernsehen.

Für manche Spaßgesellschaft, für mich blutiger Ernst.

Da wird von manchem Politiker, der bei seiner eigenen demolierten Mülltonne sofort nach der Polizei rufen würde, viel Verständnis für die Gewalttäter geäußert.Gefährliche Heuchelei!

Im Landtag wird über die gesammelten Ergebnisse  des Verfassungsschutzes über Organisierte Kriminalität debattiert. Am meisten von jenen, die den Verfassungsschutz seit Jahren abschaffen wollen. Nur wenigen sind die Akten bekannt. Aber es reden alle munter drauf los.Die Gerüchteküche dampft. Am Rednerpult wird Fairness im Umgang mit den Akten beschworen, auf den Korridoren werden unbewiesene Details und angeblich darin verstrickte Personen  gehandelt. Teilweise von den gleichen Personen. Hier werden rufmordmäßig einige Karrieren schon im Vorfeld zerstört. Gefährliche Heuchelei!

Nach der Sitzung gehe ich in der Sommerabendstimmung an der St.Pauli KirchruineIm Hechtviertel vorbei. Dem Thema  Heuchelei entgeht man halt nicht, denn es wird Don Juan gespielt. Maßlosigkeit, Verachtung, Gewalt, Lüge , Verstellung . Der Zuschauer wird angesprochen und unterhaltsam auch mit sich selbst konfrontiert. Der menschlichste von allen- ein Bettler. Auch für Geld  preist er nicht das offensichtlich Falsche. Es macht Spaß mit einem Glas Wein in der Hand dem Spiel zuzusehen. Der Spaß der Laiendarsteller  - Juristen, Beamte, Hartz 4 Empfänger, Krankenpfleger usw. -am Schauspielern überträgt sich ansteckend auf das Publikum. Zum Schluss  ereilt  Don Juan, fast nackt und  in seinem falschen menschenverachtenden  Streben entblößt, seine gerechten Strafe. Entlarvte Heuchelei.

Manchmal macht der Besuch in einer Kirchruine klüger als eine ganze Landtagswoche. Oder?  

Mit freundlicher Genehmigung von Heinz Eggert, Staatsminister a.D, MdL Sachsen veröffentlicht.

Juni 5, 2007

Der Vorhang geht auf

Gespeichert unter: Deutschland, Gesellschaft, Kultur — Fastien @ 11:30

                                                                         

Morgenpostkolumne 13. Mai 2007, veröffentlich in der Dresdner Morgenpost                                                                                                

Heinz Eggert

Seit 30 Jahren lebe ich im Dreiländereck im schönen Zittauer Gebirge, von wo aus ich bei schönem Wetter das Iser und das Riesengebirge sehen kann.So schön die Landschaften sind, so groß sind auch die Probleme, die die Menschen hier seit Jahrhunderten bewältigen müssen. Fast unüberwindbar wurden die Probleme immer, wenn Demagogen auf allen Seiten versuchten die Menschen gegeneinander aufzubringen. Das ist mit tödlichen Konsequenzen immer wieder einmal gelungen. Viel zu oft!

Wenn man wenig voneinander weiß, sich nicht kennt und sich nicht für einander interessiert ist es um so leichter Unfrieden zu stiften. So können dann aus Vorurteilen  Urteile werden, und man kann Halbbildung als Bildung verkaufen. Davon sind wir heute immer noch nicht ganz frei. Die momentan atmosphärischen Störungen auf der großen politischen Bühne belegen das. Da ist auf der großen Bühne schon mancher Vorhang gefallen.Ganz im Gegensatz zu dem , was am Freitagabend in Zittau neben der Johanneskirche geschah. Da ging der Vorhang nämlich auf der kleinen Bühne auf. Polnische, tschechische und deutsche Schauspieler spielten hinreißend um trotz aller Sprachbarrierendie Gemeinsamkeiten zu betonen.  Sehr fantasievoll, sehr unterhaltsam und manchmal auch sehr agitatorisch. Aber welches Stück ist schon vollkommen. Das Dreiländereck ist es ja auch nicht. 

Vor der Theater Premiere war ein Empfang. Reden wurden gehalten, die sich automatisch dadurch verlängerten, weil sie in jeweils zwei andere Sprachen übersetzt werden mussten.Es waren kluge Reden mit sprachlichen Feinheiten. Man merkte, wie an Formulierungen gefeilt worden war. Aber alles was so klug formuliert und kompliziert ausgedrückt war, ließ sich jetzt nicht übersetzen. Die jungen charmanten Dolmetscherinnen kannten die Begriffe nicht.So musste jeder Redner seine tollen  Formulierungen wieder in ein einfaches Deutsch übersetzen, damit es dann auf polnisch oder tschechisch  übersetzbar war.Einfache Worte werden eben immer und überall verstanden.

Auf der großen und auf der kleinen Bühne. Oder?

Veröffentlicht mit der freundlichen Genehmigung von Heinz Eggert, Staatsminister a.D, MdL Sachsen.

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