Solons Corner

Juli 21, 2007

Israel und die Deutschen

Gespeichert unter: Antisemitismus, Israel, Naher Osten — Solon @ 10:36

Aufgeachsen in den sechzigern und siebzigern war grenzenlose Bewunderung fuer das Duchhaltevermoegen, den Mut und das militaerische Vermoegen des kleinen Nahoststaates mein Begleiter in der Jugend.

Irgendwann in den achtzigern begann sich etwas zu veraendern. Palaestinenserhalstuecher waren en vogue in Teilen der Linken und Pseudolinken, die Berichterstattung in den Medien wurde israelkritischer. Kein Grund zur Sorge, der Zeitgeist halt – was denkt man nicht alles, wenn man mit anderen Themen beschaeftigt ist.

1991 – die Befreiung Kuwaits von irakischen Besatzern. Ein eindeutiger Verteidigungskrieg gegen einen genauso eindeutigen Aggressor. Und trotzdem in Deutschland hunderttausende auf der Strasse, „kein Blut fuer Oel“. Die ersten Scuds auf Israel – und ein deutscher Aussenminister betreibt Scheckbuchdiplomatie. An den Hochschulen die ersten Flugblaetter, die die Israelis als Taeter und die Palaestinenser als Opfer darstellen. Antizionismus = Antiimperialismus = Antikapitalismus? Schlucken beim Zeitzeugen, der in der Abschlussdemonstration gegen den Krieg im Bonner Hofgarten einer von ca. zwei Dutzend Demonstranten fuer den Golfkrieg war.

2000 – Abstecher ins Usenet. Wuerg. Mehr und mehr politische Gruppen werden ueberschwemmt mit aktivistischen Postern, die Antizionismus, Antikapitalismus, das Finanzkapital, alte antijuedische Legenden, Mossad inszeniert 9/11 und schlichten Judenhass zu einem Amalgam verschmelzen, das einem uebel werden kann. Und eine persoenliche Beobachtung bei beilaeufigen politischen Diskussionen im Bekanntenkreis – je juenger die Teilnehmer, umso wuetender zum Teil Antizionismus, Israelkritik, Palaestinenserverstaendnis. In den Medien staendig verstaerkte Israelberichterstattung. Da Armeeoperationen leichter zu filmen sind, als Selbstmordattentaeter und Kassam-Raketen, ist der vermittelte Eindruck eindeutig – Israel unterdrueckt und mordet die armen palaestinensischen Zivilisten. Selten, sehr selten, die Erwaehung, dass Terrororganisationen wie Hamas und Hisbolah ausdruecklich und offiziell die Vernichtung des Staates Israel propagieren. Noch seltener die Erwaehnung des taeglichen Kleinkrieges gegen Angriffe – von Selbstmordattentaetern, durch Kassam-Raketen, einsickernde Kommandos. Statt dessen Berichte, was der Mauerbau, die Checkpoints und die Grenzschliessungen den (schon wieder) voellig unschuldigen palaestinensischen Zivilisten antat. Als der Libanonkrieg 2006 begann, musste man schon ZEIT Leser sein, um zeitnah zu erfahren, dass er keineswegs NUR wegen der Entfuehrung zweier Soldaten begann, sondern dass die Hisbollah vom libanesischen Staat ungehindert in steigender Frequenz israelische Ortschaften beschoss, seit Jahren schon.

Und heute? Macht Israel alles richtig? Ganz sicher nicht, weder die Grossisraelpolitik der siebziger und achtziger noch der Siedlungsbau auf palaestinenschem Gebiet lassen sich nach irgendwelchen ethischen Masstaeben rechtfertigen. Braucht Israel unsere Solidaritaet? Natuerlich. Nicht, weil es ein Judenstaat ist – das ist eher irrelevant. Sondern weil es die einzige, staendig in seiner Existenz bedrohte, halbwegs rechtsstaatliche Demokratie im Nahen Osten ist. Wer die israelische militaerische Ueberlegenheit mit Sicherheit verwechselt, beluegt sich selbst. Enbenso wie die, die glauben, Israel muesse nur einen Palaestinenserstaat zulassen und alles werde gut. Die Palaestinenser in Gaza haben einigen von uns mit der Herrschaft der Hamas vielleicht die Augen geoeffnet.

Ist Deutschland antisemitisch? Nein, ist es nicht. Umfragen, wie die, in der mehr als 60% der Deutschen Israel fuer die groesste Gefahr fuer den Weltfrieden halten, sind kein Indiz fuer Antisemitismus. Sie sagen eher etwas ueber die nahezu paranoid auf Israel fixierte Berichterstattung in deutschen Medien, speziell dem Fernsehen, aus. Bezieht man seine Informationen aus „heute“, muss man zu dem Schluss kommen, nach den USA sei Israel das zweitwichtigste Land der Welt. Gibt es antisemitische Tendenzen? Ja, die gibt es. Offensichtlich. Unter der Tarnung von Anti-Globalisierung, Anti-Kapitalismus, Anti-Imperialismus feiern alte Stereotype ueber Juden „froehliche“ Wiederauferstehung.

Ich haette 1980 nicht geglaubt, Israel jemals oeffentlich gegen Angriffe verteidigen zu muessen, es gab sie eigentlich nicht. Dass ich im Jahre 2007 halbwegs gebildeten Menschen erklaeren muss, wo der Unterschied zwischen expliziten Vernichtungsankuendigungen gegen Israel und noch so schlechten wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der Palaestinenser liegt, hat mich persoenlich ziemlich getroffen. Haben manche von uns Deutschen vielleicht doch den Juden Auschwitz nicht verziehen?

Juli 11, 2007

Oskar Lafontaine, der nationale Sozialist

Gespeichert unter: Afghanistan, Antisemitismus, Deutschland, Gesellschaft, Politik — Fastien @ 1:14

Auszüge aus dem Artikel von Mathias Döpfner, veröffentlicht in der Welt online am 09.07.2007:

Wenn dann aber sogar eine Mehrheit der CDU-Wähler für richtig hält, was der Salon-Robin-Hood aus dem Saarland zu der Abschaffung von Hartz IV, der Einführung des Mindestlohns, einer Rücknahme der Rente mit 67 und dem Rückzug aus Afghanistan gefordert hat, und wenn daraufhin die bürgerliche Politik und Öffentlichkeit statt eines Aufschreis weithin nur Schweigen parat hat – dann muss man sich schon ernsthaft Sorgen machen.

Das Phänomen Lafontaine leitet nicht nur eine weitere Stufe in der Entfremdung der Bürger von politischen Prozessen ein. Es besiegelt und belegt auch die Auflösung der Kategorien von links und rechts.
Denn der Demagoge aus dem Saarland ist ja beileibe kein linkes Phänomen. Aus Lafontaines Weltanschauung folgt das Programm einer nationalpopulistischen Regierungspartei, bei der Jürgen W. Möllemann den Außenminister, Peter Gauweiler den Innenminister und Erich Mielke und Franz Schönhuber die Ehrenvorsitzenden hätten geben können. „Die Linke“ müsste eigentlich „Die Reaktionäre“ heißen. Sie pflegt ein Weltbild des Ressentiments: protektionistisch, wirtschafts- und wettbewerbsfeindlich, nationalistisch und fremdenfeindlich.

Lafontaine hält Chávez für ein großes Vorbild. Chávez sieht in Ahmadinedschad, den er gerne umarmt, einen Bruder im Geiste. Aber wenn die Leugnung des Holocaust und Fantasien zur Vernichtung Israels durch die Hintertür relativiert werden – allerspätestens dann hört der Spaß auf. Wer auch dafür noch Verständnis hat, hat nichts verstanden.

 Den vollständigen Artikel lesen:

Juli 3, 2007

„Wir müssen mit der Hisbollah reden“

Gespeichert unter: Antisemitismus, Deutschland, Gesellschaft, Naher Osten, Politik, Religion, Terrorismus — Fastien @ 1:12

Jürgen Trittin sagte gegenüber der taz: “ Die Hisbollah bringt sich aus Sicht des Ex-Umweltministers „sehr positiv“ in die Politik im Libanon ein. Die EU dürfe sie nicht als Terrorgruppe behandeln.“

Sehr positiv bringt sich also die Hisbollah ein? Sie hat den Lobanon in den Bürgerkrieg gestürzt und rüstet auch von dort aus gegen Israel auf. Sie versorgt vom Libanon aus die Hamas mit Waffen und unterstützt so den Bruderkrieg in den palästinenser Gebieten.  Dies alles mit dem Ziel der Vernichtung Israels. Was man dem Positves abgewinnen kann, wird wohl das Geheimnis von Herrn Trittin bleiben.

“ Ich habe eher den Eindruck, dass die Hisbollah sich sehr positiv in die Gestaltung des politischen Prozesses im Libanon einbringt. Auch aus meinen Gesprächen mit Gegnern der Partei habe ich herausgehört, dass niemand mit einer solchen Aktion rechnet. Ihre Führung hat sich außerdem klar und deutlich für die Unterstützung von UN-Truppe Unifil ausgesprochen – und umgekehrt berichtet die Unifil von sehr guter Kooperation mit den lokalen Verantwortlichen im Süden. Die sind bei der Hisbollah. „

Diese Begründung rechtfertigt die Wertung Trittins ganz sicher nicht. Auch ist sie kein Grund, die Hisbollah nicht als das zu behandlen, was sie ist, nämlich eine Terrorgruppe.

Zum vollständigen Interview, veröffentlicht in der taz am 29.06.:

Juli 2, 2007

Hamas-Mickey-Mouse stirbt den Märtyrertod

Gespeichert unter: Antisemitismus, Gesellschaft, Israel, Kultur, Naher Osten, Politik, Religion — Fastien @ 10:33

                                                                                                                                                             

Etwa zwei Monate lang hat der Satellitensender der Hamas, Al-Aqsa TV, mit seiner gotteskriegerischen Mickey-Mouse-Imitation für internationale Entrüstung gesorgt. Am Freitag ist nun die letzte Episode der Serie „Pioniere von morgen“ ausgestrahlt worden. Bar jeglicher Rücksichtnahme auf etwaige Empfindlichkeiten der kindlichen Zuschauer lassen die Macher der Sendung ihre Hauptfigur „Farfur“ in brutaler Weise sterben und verbinden dies gleichzeitig mit Hasspropaganda gegen Israel.

Farfur wird am Ende der Sendung von einem israelischen Ermittler dazu gezwungen, ihm die Papiere zu übergeben, die seinen Besitzanspruch auf das Land seines Großvaters dokumentieren. Als die quäkende Puppe sich weigert, prügelt sie der Israeli brutal zu Tode. Das kleine Mädchen Saraa’, die als Freundin Farfurs die Sendung moderiert, beschließt die Abschlussepisode mit den folgenden Worten: „Die Juden sind Kriminelle und Feinde, wir müssen sie aus unserem Land vertreiben.“

Unter dem folgenden Link finden sich Filmsequenzen aus der Sendung mit englischen Untertiteln sowie weitere Hintergrundinformationen: http://www.pmw.org.il/

(Palestinian Media Watch, 01.07.07)

Veröffentlicht mit der freundlichen Genehmigung der israelischen Botschaft.

Juni 25, 2007

Der Kommentar von Thomas Rothschild anläßlich der Verleihung des Börne Preises an Broder

Gespeichert unter: Antisemitismus, Deutschland, EU, Israel, Naher Osten, Politik, USA — Fastien @ 10:24

                                                                                                                                                             

Thomas Rothschild kommentierte in seinem Artikel „Die Achse des Guten“ die Vergabe des Börne- Preises dieses Jahr an Broder.

                                               

Ich möchte diesen Absatz aus dem Kommentar aufgreifen:

>  „Es hat etwas Tragisches, wenn Juden glauben, die ständig drohende Gefahr von ihren Häuptern abwenden zu können, indem sie sich an Christen anbiedern durch den Hinweis auf einen gemeinsamen Gegner, der als Projektionsfläche dient für alle Verbrechen, die Christen seit dem Mittelalter begangen haben.“ <

Auf all diejenigen, die aussprechen, der Westen gehe zu kritiklos mit dem radikal-fundamentalistischem Islam um, schlagen die Keulen von Pauschalisierung bis hin zu Hass schüren danieder. Es scheint ein Reflex zu existieren, der es nicht ermöglicht zu erkennen, dass es in diesen Diskussion um die Teile des Islams geht, welche Gewalt durch den Koran gerechtfertigt sehen und die auch innerhalb des Islams als kritisch respektive gefährlich bewertet werden. Der Vorwurf des Entwurfs eines Feindbildes im Sinne der USA um Imperialismus betreiben zu können, ist auch eine gern gewählte Standartreplik auf Äußerungen, der radikal-fundamentalistische Islam stelle ein Problem für die Weltgemeinschaft dar; ebenso wie der Hinweis auf die Kreuzzüge.

Die Gefahren, welche von dem radikal-fundamentalistischen Islam ausgehen, sehen nicht nur Juden und es sind auch nicht nur Juden davon betroffen. Auch ist nicht nur der gesamte Westen als Feindbild ein Betroffener, sondern allen voran sind es die Menschen, die in den Ländern leben, in denen Führer den radikal-fundamentalistische Islam propagieren. Das Aussprechen von Kritik am radikal-fundamentalistischen Islam ist daher auch keine nur bei Juden auftretende Erscheinung, sondern bei allen verbreitet, die erkennen, dass der radikal-fundamentalistische Islam eine Gefahr für die Menschenrechte darstellt.

Daher empfinde ich es als befremdlich, dass ausgerechnet im Zusammenhang mit Broder von Anbiederung der Juden an die Christen gesprochen wird. Die Keulen gegen die Kritik am radikal-fundamentalistischen Islam haben viele Formen, aber die der Anbiederung von Juden an Christen ist besonders plump gestaltet. Nicht einmal die Mühe der Verzierung mit Israel wurde sich hier gemacht. Der Versuch, Borders Engagement so in Frage zu stellen, ist durchsichtig und geht insofern nach hinten los, als dass es scheint, der Verfasser habe nicht begriffen, dass der radikal-fundamentalistische Islam wegen der von ihm ausgehenden Bedrohung der Menschenrechte alle (selbst)betroffen machen sollte, welche die Menschenrechte garantiert sehen möchten.

Teile der Linken scheinen es nicht zu verkraften, dass Juden, die ehemals Staaten – und insofern Schutzlosen dieser Rolle entschlüpft sind und um dies auch künftig zu sichern, nicht den Traum des Staatenbildes der Linken leben können. Man könnte manchmal den Eindruck gewinnen, die Enttäuschung darüber ist so groß, dass die frühere Symphatie für das jüdische Volk in Hass gegen Israel umgeschlagen sein könnte. 

Der Kommentar von Rothschild wirkt auf mich, als habe dort jemand seiner Enttäuschung darüber, dass ein ehemaliger politischer Mitstreiter von der ehemals gemeinsamen Ideologie Abstand genommen hat, freien Lauf gelassen.

Siehe auch: Ludwig-Börne-Preis für Henryk M. Broder

Juni 21, 2007

Die deutsche Linke und der Antisemitismus

Gespeichert unter: Antisemitismus, Deutschland, EU, Gesellschaft, Israel, Naher Osten, Politik, Religion — Fastien @ 6:30

Vielerorts wird  in den Medien über den Nahostkonflikt das Bild eines angeblich „biblischen Krieges gemäß „Auge um Auge“ - alttestamentarischer Racheaktionen-vermittelt. Die alten Klischees des christlichen Antijudaismus tauchen schon seit längerem wieder auf. Perfide wird eine Gleichsetzung der israelischen Politik mit den NS-Verbrechen unternommen.  Die Palästinenser erscheinen so als die Opfer und Israel als der Täter. Apartheit, Ghettos etc. sind keine selten verwendeten Begriffe in diesem Zusammenhang, welche Israel als rassistischen Staat darstehen lassen. So wird eine einseitige Parteinahme für die Palästinenser erreicht, indem der David-Komplex angesprochen wird.

Anetta Kahane von der antirassistischen Amadeu-Antonio-Stiftung bezeichnete es als «inkonsequent, dass die hasserfüllte und einseitige Berichterstattung vieler Medien über Israel und die USA» auf der Berliner Antisemitismus-Konferenz der OSZE kaum thematisiert worden sei. Andere NGO-Vertreter kritisierten auf dieser Veranstaltung, dass man sich fast ausschließlich auf den rechtsextremistischen und gewalttätigen Antisemitismus fokussiert und damit vor einer klaren Benennung der Ressentiments in der Mehrheitsgesellschaft herumgedrückt habe.
                                                                                                                                                        

Die traditionelle Judenfeindlichkeit wurde in weiten Kreisen der Bevölkerung von antiisraelischen Ressentiments abgelöst. Aber auch die althergebrachten Stereotype, Pauschalisierungen und Vorteile des „alten“Antisemitismus grassieren weiter in der europäischen Bevölkerung.

                                                                                                                                             

Kritik an Israel ist kein Tabou wie so viele gern wider besseren Wissens behaupten. Kritik an Israel ist indes häufig nur vorgeschoben um Antisemitismus auszuleben.  “…… in die Nähe zu antisemitischer Israelkritik gerät, wer das Existenzrecht Israels als jüdischer und demokratischer Staat in Frage stellt; wer immer zuerst Israel, der »zionistischen Lobby« oder gar »den Juden« die Schuld gibt; wer umstrittene israelische Militäreinsätze im Antiterrorkampf mit den Verbrechen der Nazis gleichsetzt; wer die Handlungen Israels mit anderen Maßstäben als die Praktiken anderer internationaler Akteure mißt und beurteilt; wer in Wort und Bild (zum Beispiel in Karikaturen) stereotype Haßbotschaften verbreitet“, so Martin Kloke in „Das zionistische Staatsgebilde als Brückenkopf des Imperialismus.“ Martin Kloke berschreibt in diesem Artikel sehr anschaulich wie die neue deutsche Linke vor vierzig Jahren antiisraelisch wurde, in welcher Weise der Sechstagekrieg einen Wendepunkt bedeutete und wie in die bei Gründung des Staates Israels eindeutig pro-israelische Linke  Antisemitismus einzog und der sogenannte „neue“ oder auch „ linke“ Antisemitismus entstand.  

Der Artikel von Martin Kloke erschien im Juni 2007 in der online Ausgabe des Merkur. und ist hier

                                                                                                                                          

In diesem Zusammanhang: die Israel – Politik der DDR Führung ist bekannt. Die massive Unterstützung von Terroristen habe zu „Tausenden von Terroropfern“ in Israel geführt, wie Dieter Graumann, der Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland bei einer gemeinsamen Tagung des Zentralrats und der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung mit dem Titel „Das Israelbild in Deutschland – Der Sechs-Tage-Krieg als Wendepunkt?“ bemerkte. Auf dieser Veranstaltung verwies Graumann darauf, dass Lafontaine von einer deutschen Neutralität zwischen Israel und der Hisbollah gesprochen habe. Die Frage Lafontaines, ob nicht auch der Iran Atomwaffen haben dürfe, wenn Israel sie besitze, bezeichnete Graumann als unhaltbar. Auch zu Recht zeigte sich Graumann empört darüber, dass die Linkspartei ganz offiziell einen Minister der israel-feindlichen Hamas nach Deutschland eingeladen hatte. Zustande sei der Besuch nur deshalb nicht gekommen, weil der Minister keine Einreiseerlaubnis für die Bundesrepublik bekam. Zwischen diesem und Lafontaine, so äußerte Graumann ironisch, bestehe angesichts von dessen Äußerungen zum Nahen Osten mittlerweile eine enge „Brieffreundschaft“.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,489884,00.html

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