Solons Corner

Juni 22, 2007

Hamas-Gründer kündigt islamischen Staat im Gaza-Streifen an

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Sahar, einer der Gründer und schärfsten Hardliner der Hamas, kündigt in einem Interview mit Spiegel online die Errichtung eines islamischen Staates im eroberten Gaza-Streifen an. Der Fatah im Westjordanland droht er mit Angriffen.

Sahar erklärte, in dem künftigen islamischen Staat gebe es keine Unterschiede zu der heute praktizierten Lebensweise, die ohnehin schon islamisch sei. Alles sei dort islamisch.

Mahmud al Sahar ist überzeugt, gäbe es in der ganzen arabischen Welt freie und faire Wahlen, würde überall die islamische Lebensweise gewählt, da “der Islam gegen die Korruption, die Verweichlichung und den Materialismus, der die Gesellschaft in Europa und Amerika zerstört hat“ sei. In Europa und Amerika seien die Familien kaputt, es gebe Aids und Drogen. Solche Dinge würde es in Gaza nicht geben.

Die Hamas sei bereit, mit allen und über alles zu reden, so Sahar. Mit den Israelis würde de facto über Handel, Grenzangelegenheiten und den Schutz vor der Vogelgrippe und wie man in der Zukunft Umweltkatastrophen vermeiden könne geredet. Über Politik würde indes nicht mit den Israelis geredet, weil man keine gegenseitige politische Agenda habe. Die politische Agenda von Condoleezza Rice und Ehud Olmert mit Präsident Mahmud Abbas bestünde nur darin, sich alle zwei Woche Küsschen zu geben. die Hamas aber würde nur dann reden, wenn es um den Kern der Sache ginge.

Spigel online fragte, zurzeit gebe es keine Angriffe des militärischen Flügels der Hamas auf Israel, ob dies eine neue Doktrin sei. Sahar bejahte dies. Die Hamas müsse derzeit mit zwei Feinden gleichzeitig fertig werden. Die Israelis hätten ihre Aggressionen eingestellt, so dass die Hamas Israel miltärisch nicht angreife.  Das sei das direkte Ergebnis der Angriffe auf Sderot. Die Israelis hätten zu sehr gelitten. Tausende Einwohner hätten aus der Stadt fliehen und der israelische Staat habe für ihre Hotels bezahlen müssen. Auch Fabriken und Büros in Sderot haben schließen müssen.

Sahar bezeichnete die aktuellen Verhandlungen zwischen Israel und der Fatah als reines Gerede, während die Besatzung weiter ginge um das Leben der palästinenser zu zerstören.  

Sahar erklärte auf die Frage von Spiegel online, ob die Gefahr bestünde, dass der Gaza Streifen nun zu einem Tummelplatz internationaler Terroristen würde, dass die Menschen nicht zwischen Widerstand und Terroristmus unterscheiden könnten.

Sahar gabt sich überzeugt, dass Israel den Gaza Streifen nicht aushungern könne. Israel könne sich dies nicht erlauben. Zudem verliere Israel jeden Tag, den die Grenze zu sein, zwei Millionen Dollar an Handelseinnahmen.

Zu den Hilfgeldern, welche Israel eingefroren hatte und nun an die Fatah auszahlen will, sagte Sahar, die Fatah im Westjordanland werde ihr Geld bekommen, aber sie werde es nach Gaza weiterleiten müssen. Wenn sie das Geld nicht an die im Gaza Streifen Eingesperrten weitergebe, würde die Fatah Gaza für immer verlieren. Zusätzlich müsse sich die Hamas aber nach nach Alternativen umschauen. Die Hamas habe ein sehr gutes Image bei der Bevölkerung und in der gesamten arabischen Welt. Wenn die Hamas es wolle, könne sie allein aus Ägypten fünf Millionen Dollar pro Monat an Spenden erhalten. Die Hamas habe in der Vergangenheit schon Geld aus dem Ausland bekommen. Mal 82 Millionen aus Kuweit, mal 50 Millionen aus Libyen. Er persönlich habe einmal 20 Millionen aus Iran in seinem Koffer nach Gaza gebracht. „Naja, eigentlich zweimal, das zweite Mal 22 Millionen“, sagte Sahar.

Auf die Frage hin, was sich denn nun für die Bevölkerung in Gaza Streifen verbssern könne, antworte Sahar, man habe nun Informationen über die ausländischen Feinde und Mächte gesammelt, so dass man nun nach Spitzel suchen könne. Gegen die Fatah im Westjordanland würde man sich verteidigen wie gegen die Besatzung durch Israel.  Die Hamas würde mit der Fatah sprechen, aber nur mit der echten Fatah. Diese echte Fatah sei die eigentliche Verlierein, weil deren Partei im Westjordanland nun mit Israel kollaborieren wird. In Gaza habe man die Elemente besiegt, die mit Israel kollaboriert hätten. Man habe die besiegt, die ein Hindernis waren, weil sie Palastinenser daran habe hindern wollen, sich selbst zu verteidigen.

Sahar erklärte : „Es gibt derzeit sicherlich sehr viele Waffen. Tatsächlich hat eine Kugel vor zwei Jahren in Gaza etwa 3,50 Euro gekostet. Heute kostet sie 35 Cent. Die US-Hilfsgelder sind in Waffen übersetzt worden. Danke, USA!“ Sollte es Probleme mit Splittergruppen geben, so würde man  diese entwaffnen und ihre Waffen einziehen.

Das Interview für den Spiegel führte Ulrike Putz.

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